Auf in ein neues Jahr 2019

Lesezeit 5 Minuten

29. Dezember 2018

Das neue Jahr hat noch nicht einmal angefangen, da hört das alte gerade erst auf zu existieren

Eine simple Feststellung mit überprüfbarem Wahrheitsgehalt. 2018 – ein Jahr mit der besten Zusage meines Lebens. Ich habe – Ja – gesagt und hoffe, dass ich das nie wieder mache. Nicht weil ich meine Hochzeit so schrecklich schlecht fand, ganz im Gegenteil, sondern weil ich mit meiner Frau und eben nur mit meiner Frau, gern gemeinsam alt werden möchte.

Meine berufliche Tätigkeit

2018 gab es arbeitsbedingt auch eine wesentliche Veränderung für mich. Anfang des Jahres, nachdem ich meinen Gefahrgutschein erworben hatte, wurde ich in den sogenannten ‚erweiterten Nahverkehr‘ gewechselt. Fuhr ich vorher mit meinem 40 Tonner nur um den Kirchturm und war jeden Abend zu Hause, so musste ich mit meinem Lkw nun in weitere geografische Bereiche vordringen, welche bedingten, dass ich es bei dieser Tätigkeit nicht bis ganz nach Hause schaffte. Es war zu Beginn noch als Experiment gedacht. Ob mein Privatleben damit klar kommen würde, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar. Allerdings wurde mir auch gesagt, dass von der Planung der Touren her versucht wird, mich das eine oder andere Mal in der Woche nach Hause zu bekommen. Als Kompromiss sozusagen. So gern ich immer noch Lkw fahre, so gern habe ich heute auch ein adäquates Privat-und Sozialleben. Ich weiß, dass das in diesem Beruf manchmal schwer zu vereinen ist.

Meine neue berufliche Tätigkeit

Anfang Mai bekam ich dann eine Tour, welche mich seitdem täglich von Braunschweig in das Süd-Oldenburger Land führt. Leergut zu Kunden ausfahren, Sammelgut bei Kunden laden und ab zurück nach Braunschweig. Für einen Freigeist wie mich, ist das eigentlich keine Tour, sondern vielmehr eine Tortur. Ich finde Routine nämlich total langweilig und unerträglich. Aber, und jetzt kommt’s: Diese Tortour bietet auch eine Menge Vorteile. Eine relativ geregelte Arbeitszeit, Kunden die man kennt und mit denen man hervorragend zusammen arbeiten kann. Desweiteren kann ich mir diese Tour einteilen, wie ich das persönlich für richtig halte. Hauptsache am Ende des Arbeitstages stimmt das Ergebnis. Ich habe es mir auf Grund der längeren Fahrzeiten mittlerweile angewöhnt, während der Fahrt interessante Hörbucher und Podcasts zu hören. Das finde ich an der Tour so ziemlich mit am Besten. Aber das Allergrößte ist, dass ich auf dem Rückweg nach Braunschweig, unterwegs zum Friseur gehen kann. Wer kann denn schon von sich behaupten, seinen 40 Tonnen Lkw Sattelzug direkt neben einem Friseurgeschäft abstellen zu können, um sich für wenig Geld direkt neben seiner Zugmaschine, bei einer kostenlosen Tasse Kaffee, seine Murmel abdrehen zu lassen? Genau. Ich.

Ein Nachteil dieser Tour ist allerdings, dass ich für meinen Blog nichts beruflich erwähnenswertes mehr erlebe. Das ist auch der Grund, warum es 2018 auf meiner Webseite etwas ruhiger zuging. Deshalb habe ich mir für 2019 vorgenommen, diesen Blog zwar weiterhin mit Texten zu befüllen, das Themenportfolio in seinem Umfang aber etwas auszudehnen. Also auch über Dinge zu schreiben, die mich außerhalb meiner beruflichen Tätigkeit in irgendeiner Form interessieren. Und das Alles immer vor dem Hintergrund, meinen Blog als eine Art digitales Entsorgungsbehältnis für mein ironisch bis nachdenkliches Gedankenkonglomerat zu verwenden.

Sozial-digital-asozial

2018 habe ich mich auch endlich aus den Fängen eines (a)sozialen Zeiträubers befreien können. Ich habe mein Facebook Konto gelöscht und keine Sekunde seither bereut. Dieses scheinbar soziale Netzwerk wurde für mich immer unerträglicher. Es wurde in dieser digitalen Gummizelle jeder Blödsinn ohne Sinn und Verstand veröffentlicht und geteilt und mit jeder Menge Meinung und wenig Ahnung kommentiert. Argumente wurden oft als persönliche Angriffe gewertet und somit jede konstruktive Diskussion ad absurdum geführt. Zudem es meiner Meinung nach überhaupt nichts bringt, Links, Artikel und Videos zu teilen, bis der Arzt, aber nicht der Wandel kommt, wenn man ihn denn tatsächlich will. Von der Facebook-Fakenews-Debatte, den Zensurmaßnahmen im Auftrag des Staates innerhalb dieses Netzwerkes und den allgemeinen Facebook Problemen, mal ganz abgesehen.

Vor diesem Hintergrund ist es langsam an der Zeit, dass wir Menschen aufhören uns gegenseitig fertig zu machen, sondern wieder die Dinge entdecken, die uns Menschen eher verbinden und sozial wieder stark machen. Und dafür täte es uns ganz gut, so weit es überhaupt möglich ist, wieder persönlich miteinander zu kommunizieren, mit richtigen Gesten, Emotionen usw. Wir müssen eh zueinander finden, wenn wir als Menschheit human überleben wollen. Ob ich das in der Form noch erleben werde, das kann ich nicht sagen. Ich weiß nur, dass den Leuten auch 2018 reihenweise die Köpfe geplatzt sind, weil die von der Mainstream Presse erzeugte Hysterie und das rasende Tempo des täglichen Lebens mittlerweile Dimensionen erreicht haben, die ohne Folgeschäden für einige Menschen auch 2019 nicht mehr auszugleichen sind.

MAN Trucker´s World

Eine für mich interessante Erfahrung möchte ich in diesem Artikel nicht unerwähnt lassen. Der Nutzfahrzeughersteller MAN aus München hatte mir Ende 2017 angeboten, 2018 als Kolumnist für das MAN Trucker’s World Magazin zu arbeiten. Nachdem ich meinen ersten Artikel zum Thema Das schlechte Image des Lkw Fahrers bei MAN einsendete, hieß es plötzlich, dass MAN kein Geld für Autoren außerhalb des Konzerns zur Verfügung hätte. Was hab ich gelacht. Schon allein deswegen, weil es MAN im Geschäftsjahr 2017 ja sooo schlecht erging. Was ich MAN allerdings zu Gute halten möchte, obwohl sie meinen Artikel nicht veröffentlicht haben, so haben sie ihn doch wenigstens bezahlt. Qualität hat halt seinen Preis 😉

Wie geht es 2019 weiter?

Am Besten so wie bisher. Dennoch habe ich nichts dagegen, wenn für mich beruflich noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Mal sehen wo mich meine Reise noch hinführen wird. Die Augen halte ich auf jeden Fall offen und wenn ich etwas Spannendes entdecke, so werde ich dementsprechend reagieren. Ansonsten wünsche ich mir Weltfrieden und Kekse für alle, außer für Diabetiker natürlich. Ich hätte auch nichts dagegen einzuwenden, wenn die Menschen, die es bisher noch nicht geschafft haben, endlich erkennen, dass Veränderungen immer bei einem selbst beginnen. Sei es, dass man geschälte Apfelsinen nicht in Plastikverpackungen kauft oder man mit dem Fahrrad wieder in die Natur fährt, als immer noch für teuer Geld vor einem Monitor in einem übel nach Schweiß riechendem Fitnesssbunker in die Pedale tritt.

Eine Sache geistert mir allerdings immer noch durch den Kopf, die ich seither komisch finde. Aber nicht komisch im Sinne eines Typen, der bei seinem Nachbar nachts um 1 Uhr 30 klingelt, weil sein Aquarium brennt, sondern komisch, weil ich es (noch) nicht verstehe.

Warum nennt man in einer Wohngemeinschaft seine Mitbewohner eigentlich Mitbewohner und nicht Umbewohner? Es heißt doch auch Umwelt und nicht Mitwelt, obwohl wir in selbiger mittendrin leben.

Mal sehen zu welchen Erkenntnissen ich in dem Zusammenhang 2019 gelangen werde.

Zum Schluss

Abschließend kann ich sagen, dass das Jahr 2018 für mich persönlich ein gutes Jahr war. Ich bin immer noch mit der für mich weltbesten Frau zusammen. Ich bin nach wie vor gesund und habe Spaß an meinem Leben. Mein Urinstrahl ist immer noch gerade und weh tut mir auch nichts. Hören und sehen kann ich soweit auch noch ganz gut.

Worüber sollte ich mich 2018 rückblickend also beklagen?

Dass Trump doof ist, ich so gut wie fast ein alter Sack bin (aus der Perspektive eines hier nicht näher erwähnten jungen Mannes) und der Dieselskandal eine riesengroße Schweinerei? Das gehört doch einfach zum Leben dazu. Diese Welt besteht halt nicht nur aus guten und weisen Entscheidungen, auch Deppen und Arschlöcher sind Teil unseres Lebens. Das war so, das ist so und das wird auch immer so bleiben. Wenn man es schafft, diese Tatsache in sein Leben zu integrieren, so braucht man sich vor dem was kommt nicht zu fürchten. Auch das Dumme will respektiert werden und fühlt sich toll, wenn man es im Rahmen der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten lobt und animiert bestmöglichstes zu tun.

Somit wünsche ich allen die mich kennen, die mich können und die mich gern kennen lernen möchten, ohne belehrend rüber kommen zu wollen, einen guten Rutsch ins neue Jahr 2019. Lasst euch nicht ärgern und macht aus dem was kommt, immer das Beste.

Frohes neues Jahr 2019

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