Zwischen Lkw-Fahrer und Radfahrer gebe es eben leider keine direkte Sichtbeziehung

Lesezeit 1 Minute

26. November 2018

Das sagt Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft zum Bike Flash. So nennt sich ein System, welches Radfahrer vor Unfällen mit rechtsabbiegenden Lkw’s schützen soll.

Dieses System überwacht anhand von Wärmesensoren den toten Winkel eines abbiegenden Lkw’s. Befindet sich ein Radfahrer in diesem Bereich, warnen elektronische Anzeigetafeln den Lkw Fahrer vor einem heran nahenden Radfahrer.

Das klingt in meinen Augen sehr positiv, denn 77 Radfahrer, welche 2018 durch rechts abbiegende Lkw ums Leben kamen, könnten heute noch quicklebendig sein. Ganz zu schweigen von den vielen verletzten Radfahrern.

Getestet wird das neue Abbiegesystem „Bike Flash“ aktuell in Garbsen bei Hannover. Der Preis des Pilotprojektes liegt bei ca. 34.000 Euro. Die Kosten dafür teilen sich die Region Hannover und die Stadt Garbsen. Den Erfinder Martin Budde freut’s:

„Während ständig über die Einführung von Abbiegeassistenten diskutiert wird, um Radfahrerinnen und Radfahrer im toten Winkel zu erkennen, steht mit dem ‚Bike-Flash‘ eine präventive Sofortmaßnahme zur Verfügung.“

Ja, das finde ich auch. Es wird allerdings auch interessant zu beobachten sein, was im Laufe der Zeit passiert, wenn das System auf alles was Wärme abstrahlt reagiert. Hasen, Igel, Eichhörnchen, Regenwürmer, Schnecken, … usw. Wenn dann mal ein Lkw Fahrer kommt, der sich durch das System ein wenig verarscht fühlt, kann man nur hoffen, dass sich genau in diesem Moment kein Radfahrer vor Ort befindet, der sich (ohne mitzudenken) blindlings auf das System ‚Bike Flash‘ verlassen wird.

2 Gedanken zu “Zwischen Lkw-Fahrer und Radfahrer gebe es eben leider keine direkte Sichtbeziehung

  1. Ich denke, städtische Wildtiere werden schon eine dermaßen kleinere Wärmebildsignatur haben, daß das System das mit hinreichend Treffsicherheit auseinanderhalten kann. Was ich mich eher frage, ist, was bei großer Hitze (37°C heißer Asphalt auf dem Radweg) oder Kälte (gut isolierender, damit auf der Außenseite aber auch -10°C kalter Mantel etc.) passiert.

    Aber die Idee finde ich gut. Vor allem, daß auch der Radfahrer sehen kann, daß bzw. ob der LKW-Fahrer gewarnt wird — denn sonst sehe ich die Gefahr, daß, wenn die Radfahrwarnabbiegeassistenten in den LKW sich langsam verbreiten, die Radfahrer anfangen sich darauf zu verlassen — und dann halt irgendwann unter dem Trailer eines „Youngtimers“ landen. Wie ich überhaupt finde, daß man auch seitens der Radfahrer hier mehr Mitdenken erwarten dürfen sollte. (Was das Problem keineswegs relativieren soll!)

    1. Deine Frage ist meiner Meinung nach, absolut berechtigt. Ich bin gespannt, wie das von dir beschriebene Problem gelöst wird. In ca. 6 – 7 Monaten wissen wir mehr.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.