Der letzte Tag auf Madeira

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07.10.2018

Um 5 Uhr klingelte heute früh der Wecker. Mitten in der Nacht, wenn man Urlaub hat. Was bleibt einem auch anderes übrig, wenn man den Mietwagen noch pünktlich vor dem Abflug abgeben will?

Parkplatz der Autovermietung am Flughafen Funchal

Nachdem wir den Mietwagen in einem tadellosen Zustand und mit einigen Kilometern mehr auf der digitalen Anzeigetafel abgegeben hatten, genossen wir aus dem Flughafengebäude in Funchal wehmütig den letzten Blick auf die über dem Atlantik gerade frisch aufgehende Sonne.

Blick aus dem Flughafengebäude Funchal auf den Atlantik

So muss das sein. Wenn der Urlaub absolute Grütze gewesen wäre, dann wären wir auch froh gewesen von dieser Insel namens Madeira, endlich weg zu kommen. Ganz das Gegenteil war der Fall. Es war wunderschön und wir hätten es auch noch gut und gerne eine Woche länger aushalten können.

Allerdings muss ich auch zugeben, dass wir an Madeira (unbeabsichtigt) hohe Erwartungen gestellt hatten. Das hängt mit unseren bisherigen Portugal Urlauben an der Algarve, in Lissabon und tief in den Bergen von Nordportugal zusammen. Es war immer wunderschön. Die Menschen waren stets zurückhaltend, aber auch sehr freundlich und wenn nötig, sehr hilfsbereit. Die Insel Madeira ist trotz der offiziellen Zugehörigkeit zu Portugal, dennoch nicht so wie wir Portugal kennen- und lieben gelernt haben. Die Madeiraner sind anders. Sie sind unser Meinung nach relativ mundfaul und an die vielen Touristen (fast 1 Million pro Jahr) gewohnt. Zudem die Madeiraner zum Großteil vom Tourismus leben, da er ihr wichtigster Wirtschaftszweig ist. Man wird sofort als Tourist wahr genommen und auch als solcher behandelt. Wenn man zum Beispiel eine madeiranische Verkäuferin morgens im Geschäft mit ‚Bom dia‘ (Portugiesisch für Guten Morgen) begrüßt, so gibt es entweder keine Antwort oder ein schlichtes ‚Hello‘. Man bekommt das Gefühl, dass Madeiraner mit Touristen kein portugiesisch sprechen wollen und wenn sie mit einem reden, dann nur auf englisch. Wir fanden das ziemlich doof. Aber gut, das ist ja in Bayern nicht viel anders. Bayern hat mit Deutschland auch nicht viel am Hut, obwohl es sich auf dem selben Staatsgebiet befindet. Und es soll sogar Menschen geben, die von sich behaupten, dass man als Nichtmadeiraner nach ca. 6 Monaten dauerhaften Aufenthalt auf dieser Insel, einen sogenannten Inselkoller bekommt. Da stellt sich doch die Frage: Was haben dann wohl die Menschen, die seit Jahren auf dieser Insel leben? Auf jeden Fall etwas, was sie deutlich von den Menschen vom portugiesischem Festland unterscheidet.

Auch das Essen auf Madeira ist anders. Das war auch der Grund, warum wir auf dieser Insel nur 2 mal auswärtig gegessen haben. Das Essen war für unseren Geschmack zu schlicht. Für den der das mag, alles kein Problem, Restaurants gab es an jeder Ecke. Unser Ding war es nicht. Nichts desto trotz haben wir auf dieser Insel 2 wunderschöne Wochen erlebt.

Wir saßen nun in unserem Flugzeug und erhaschten einen letzten wehmütigen Blick auf ein wunderschönes Stück Natur,

Ein letzter Blick auf Madeira

welches der zunehmenden Anzahl an Einwohnern und Touristen, leider immer mehr, Stück für Stück weichen muss. Die Madeiraner müssen zudem auch etwas aufpassen. Bei dem ganzen Beton, der auf dieser Insel bisher verbaut wurde und immer noch wird, wird selbige auch immer schwerer und nicht, dass die Insel wegen des dadurch immer höher werdenden Inselgesamtgewichtes (IGG), eines Tages mal im Atlantik versinkt. Würde Christoph Kolumbus heute diese Insel ein weiteres Mal betreten, er würde nicht glauben, was die Menschen dieser Insel bisher angetan haben.

Über die Umsteigestation Amsterdamer Flughafen, sind wir entspannt und erholt, aber auch etwas kaputt, am späten Nachmittag in Hannover gelandet.

Flughafen Hannover
Wir sind sehr dankbar für diese 2 Wochen Urlaub auf der Insel Madeira, welche übrigens gleichzeitig auch unsere Flitterwochen waren 😉

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