Der zehnte Tag auf Madeira

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04.10.2018

Nach dem prüfenden Blick aus dem Schlafzimmerfenster,

São Vicente

ob noch alles an seinem Platz ist, haben wir geduscht, gefrühstückt und danach den Mietwagen angeworfen, um damit heute in die Stadt Funchal zu fahren. Genauer gesagt, zum Botanischen Garten.

Botanischer Garten in Funchal

Für mich, der einen Trompetenkrautkoreander nicht von einem Tralafitenfarn unterscheiden kann, ein besonders spannender Ausflug. Dafür liebt aber meine Frau alles was grün ist und ich liebe meine Frau. Von daher ging das schon in Ordnung. Wenngleich es ja auch Interresantes für mich zu sehen gab. Spinnennetze zwischen Kakteenausläufern zum Beispiel. Obwohl wir zur falschen Jahreszeit im Botanischen Garten von Funchal waren, weil so gut wie fast nichts blühte, war dieser Botanische Garten sehr beeindruckend. Allein schon die Größe. 80.000 Quadratmeter Fläche, das muss man sich mal auf der Zunge erklären lassen. Das ist so groß wie, keine Ahnung wie viel Fußballfelder, alles schön sortiert nach Themenfeldern. Und jetzt stelle man sich das Ganze mal im Frühjahr vor, wenn alles blüht. Einfach toll.

Was mich persönlich am Allermeisten an diesem Botanischen Garten faszinierte, das war der Blick nach unten auf die Autobahn und die Stadt Funchal.

Autobahn bei Funchal

Es ist wirklich sehr erstaunlich, was die Madeiraner mittlerweile aus ihrer Insel bautechnisch gemacht haben. Gerade vor nicht einmal 600 Jahren von florentischen Seefahrern entdeckt, leben heute bereits ca. 270.000 Menschen auf diesem schönem Stück Land, weit draußen im Atlantik.

Nachdem wir unseren Besuch des Botanischen Gartens beendet hatten, bewunderten wir noch paar wunderschöne Wohnhäuser einiger Einwohner und fuhren danach hinunter in die Stadt. Wir wollten uns etwas die Innenstadt anschauen. Dabei entdeckten wir ein Immobilienangebot, welches, wenn man was Kopf oder zu viel Geld hat, einfach nicht ablehnen kann.

Funchal – Immobilienangebot

Die Innenstadt von Funchal sieht aber eigentlich ganz ok aus. Hat aber in unseren Augen dieses gewisse Nichts. Von Touris überlaufen und überhaupt. Da gibt es auf der Welt weitaus schönere portugiesische Städte. Lissabon zum Beispiel.

Wir haben uns dann noch eine wunderschöne Kirche angesehen und sind dann noch zum einstündigen Gottesdienst in selbiger geblieben. Obwohl ich kein gottesfürchtiger Mensch bin und das Weihwasser normalerweise immer anfängt zu brennen, wenn ich eine Kirche betrete, genoss ich diesen Gottesdienst in vollen Zügen. Wir haben zwar nichts verstanden, aber dennoch, so ein Gottesdienst kann sehr entspannend für die Seele sein. Aber auch sehr lustig. Wir haben nämlich eine ältere (wahrscheinlich sehr reiche) Dame in den Sitzbänken entdeckt, die nicht still sitzen konnte. Haare richten, Brille absetzen, Brille aufsetzen, Kleid zurecht rücken, in der Tasche kramen, gucken ob die Frisur noch sitzt, Brille absetzen, Brille putzen, Brille aufsetzen, in der anderen Tasche kramen, den Gürtel des Kleides geometrisch ausrichten, die Frisur nach Nordost ausrichten, sich anders hinsetzen, schauen ob keiner guckt und das eine ganze Stunde lang. Das muss man erst einmal bringen. Sich mit innerer Unruhe eine Stunde lang dem Herrn zu widmen. Meinen Respekt hat sie. Ich kenne Leute, die hätten das nicht geschafft.

Nach dem Gottesdienst waren wir sehr entspannt. Wir entschieden uns am Hafen noch ein Eis zu essen. Dieses Eis hat übrigens zwei Besonderheiten. Es ist einerseits das (wahrscheinlich) leckerste Eis von ganz Funchal (Tipp) und andererseits, ist es nicht möglich dieses Eis, egal ob in der Waffel oder im Becher, so zu essen, dass man sich nicht die Finger einsaut. Ich wette an dieser Stelle auf jeden Fall dagegen.

Nachdem wir mit Eis essen und Hände waschen fertig waren, machten wir uns langsam wieder auf den Weg nach Hause in unser Ferienhaus. Dort saßen wir dann abends auf einer unserer drei Terrassen und haben bei Wasser und lecker Bier, zu Abend gegessen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Mal schauen, was der elfte Tag auf Madeira bringt.

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