Der achte Tag auf Madeira

Lesezeit 3 Minuten

01.10.2018

Nachdem wir heute mit Aufstehen, Duschen und Frühstücken fertig waren, wollten wir einer wichtigen Frage nachgehen.

Wie muss sich Christoph Kolumbus gefühlt haben, als er 1478 zum ersten Mal nach Madeira kam, um im Namen seiner Auftraggeber 36 Tonnen Zucker zu kaufen?

Um das heraus finden zu können, mussten wir mit unserem Mietwagen nach Funchal fahren. Doch bevor es los ging, nahmen wir uns Zeit, viel Zeit, jeder für sich. Meine Frau nahm mitten im Garten unseres Ferienhauses Platz und tat ihrer Seele Gutes und ich saß auf der Terrasse und machte digitale Dinge im Internet.

Kurz nach dem Mittag brachen wir in Richtung Funchal auf. Jetzt mal ganz ehrlich. Funchal ist ein Moloch und nicht wirklich schön. Das soll nicht heißen, dass die Hauptstadt von Madeira nicht auch schöne Plätze zu bieten hat, aber so der allgemeine Eindruck war für uns erschreckend. Zudem diese Stadt, unserer Meinung nach, von Touristen überlaufen ist. Richtig abartig wird es, wenn *Uschi Krawallschik (*Name wurde vom Autor dieses Artikels geändert) zu ihrem in braunen Rennsandalen daher laufendem Ehemann sagt:

Jünter guck ma, ….die ham ja hier sojar ’n Mac Donnals. Komm, da jehn wa jetzt schön wat essen.

Da fliegt man viele Kilometer von zu Hause weg, um die Insel Madeira kennenzulernen und dann das?

Nun denn, wir hatten ja immer noch eine wichtige Frage zu klären. Die Antwort auf unsere Frage lag im Hafen von Funchal. Der originalgetreue Nachbau des Schiffes von Christoph Kolumbus. Das im Jahr 1998 erbaute Madeira-Piratenschiff Santa Maria de Columbo.

Piratenschiff Santa Maria de Columbo

Was mich persönlich am Allermeisten an diesem Schiff fasziniert hat, war, dass der Erbauer dieses Schiff mit den Mitteln der damaligen Zeit gebaut hat. Man fühlte sich wie in das 14. Jahrhundert zurück versetzt. Wir kauften uns 2 Tickets und fuhren mit diesem Schiff und weiteren Gästen, drei Stunden die madeirische Südküste entlang. Wir betrachteten dabei die von Hotelburgen zugemauerte Küste von Funchal und hatten dabei beide den selben Gedanken. Schön ist anders.

Hotelbettenburgen Funchal Madeira

Deswegen wieder zurück zum Schiff.

Piratenschiff Santa Maria de Columbo – Ausguck
Piratenschiff Santa Maria de Columbo – Steuerrad
Piratenschiff Santa Maria de Columbo – Heck

Wir hätten nicht erwartet, dass das Schiff (im Verhältnis zu heute) so klein ist. Wenn man sich vorstellt, wie mit so einem Schiff dieser Größe, die Weltmeere befahren wurden, dann ist das schon sehr erstaunlich. Da sind wir heute schon ein ganz schönes Stück weiter. Heute fahren manch junge Mütter ihre schulpflichtigen Gören bereits mit SUV’s zur Schule. Von der Größe dieses Kleintransporters, hätte unser guter alter Christoph nicht mal zu träumen gewagt.

Piratenschiff Santa Maria de Columbo – Steuerrad
Piratenschiff Santa Maria de Columbo – unter Deck
Piratenschiff Santa Maria de Columbo – unter Deck
Piratenschiff Santa Maria de Columbo – Kantine

Während der Fahrt wurde uns jeweils ein kleines Glas madeirischen Weins oder vielleicht auch Likörs serviert. Dazu gab es ein kleines Stück Kuchen. Schmeckte beides sehr gut. An Board befanden sich viele ältere Herrschaften. Unter anderem auch eine 12 köpfige Reisegruppe aus Frankreich, welche nach Einnahme des servierten Getränks anfingen zu singen. Parlevou somsack demostralvit komsa antret pomfrit oder irgend so etwas in der Art. Sie haben für ihre Darbietung von den anderen Gästen sogar Beifall bekommen. Viel lustiger hätte ich es gefunden, wenn ich gesungen hätte. Die Gäste hätten ja nicht weg gekonnt oder aber über Board springen müssen. Wer bei unserer freien Trauung dabei war, der weiß wovon ich spreche. Die Fahrt mit dem Schiff hat uns Spaß gemacht, auch wenn der Rückweg im T-Shirt etwas stürmisch war.

Atlantischer Ozean – Südküste – Madeira

Im Hafen von Funchal haben wir noch leckeres Eis gegessen und die Statue von Christiano Ronaldo entdeckt.

Christiano Ronaldo Statue im Hafen von Funchal

Dabei haben wir eine Gruppe Frauen beobachtet, die sich an dieser Statue selbst fotografiert und mit einer Hand an selbiger dabei fest gehalten haben. An welcher Stelle genau, das schreibe ich jetzt nicht. Wenn man aber genau hin schaut, dann kann man es ganz gut erkennen.

Am Abend sind wir wieder zurück zu unserem Ferienhaus gefahren. Dort haben wir auf einer unserer drei Terrassen bei Wasser und lecker Wein, unser Abendessen zu uns genommen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Mal schauen, was der neunte Tag auf Madeira bringt.

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