Der siebte Tag auf Madeira

Lesezeit 3 Minuten

30.09.2018

Weil es gestern so viel Spaß gemacht hat, wollten wir heute gleich noch einen hinterher schieben. Somit haben wir uns nach dem Frühstück wieder auf den Weg zum Wandern begeben. Aber dieses mal nicht einfach zu weiteren Levadas (Wasserkanälen), sondern zum hoch oben in den Bergen gelegenen 4 Sterne Berghotel ‚Eira do Serrado‘. Von dort sollte es nach ganz unten in das sogenannte ‚Nonnental‘, in den Ort ‚Curral das Freias‘ gehen.

4 Sterne Berghotel Eira do Serrado

Das Hotel ‚Eira do Serrado‘ befindet sich im Herzen von Madeira und thront hoch in den Bergen an der Spitze des Passes zum Tal der Nonnen. Die Aussicht vom Hotel nach unten ist atemberaubend. Von einer Aussichtsplattform nahe des Hotels, hat man folgenden Blick.

Nonnental – Curral das Freias

Meiner Meinung nach, sollten Menschen mit Höhenangst diesen Ort als sofortigen geographischen Wendepunkt betrachten.

Das Nonnental heißt (laut Reiseführer) deswegen Nonnental, weil früher viele Frauen aus Angst vor ihren Peinigern, sich in das schwer zugängliche Tal geflüchtet haben sollen, sich fortan zu Nonnen wandelten und ein dazugehoriges Nonnenkloster eröffneten. Warum man dann gleich Nonne werden muss, das erschließt sich mir nicht so ganz. Es wäre doch eh kein Mann mehr an sie heran gekommen, es sei, dass Testosteronüberschüsse damals auch Antrieb für lange und beschwerliche Bergwanderungen war. Naja egal. Geschichte nimmt eh immer ihren eigenen Lauf.

Auf jeden Fall gibt es von diesem Hotel einen ca. 3 Kilometer langen, direkt an der Steilwand serpentinenartig, steil verlaufenden, steinigen Wanderweg hinab in’s Nonnental, zu dem sich darin befindlichen Ort ‚Curral das Freias‘.

Wanderweg Curral das Freias
Wanderweg Curral das Freias – Rastplatz
Wanderweg Curral das Freias – Stone Art
Wanderweg Curral das Freias – Ende oder Anfang (wie man es betrachtet)

Nachdem wir den Blick von der Aussichtsplattform genossen und den Umständen entsprechend zum Teil auch gut überstanden hatten, nahmen wir unseren Rucksack aus dem Mietwagen und machten uns auf den Weg nach unten in das Nonnental. Der Weg nach unten war nicht ohne und auch nicht gerade unanstrengend. Was beim Abstieg auch eine nicht ganz unwesentliche Rolle spielte, war der Gedanke, dass wir diesen Weg ja auch wieder zurück wollten.

Unten im Tal angekommen, waren wir etwas geschafft, aber auch zufrieden, den ersten Teil gut geschafft zu haben. Danach wanderten wir weiter in den Ort ‚Curral das Freias‘. Dort besorgten wir uns erst einmal ein jeweils wohl verdientes Eis und besuchten danach noch die Kirche des kleinen Dorfes.

Kirche Curral das Freias

Anschließend bummelten wir noch ein bisschen umher.

Es hätte für uns auch die Möglichkeit gegeben, mit dem Bus über eine Straße zurück zum Ausgangspunkt unserer heutigen Wanderung zu fahren. Aber wozu? Wir fühlten uns auf Grund unserer bisherigen Wanderleistung wie Helden und Helden fahren nicht mit dem Bus.

Helden laufen und wenn es bis ganz nach oben sein muss.

Somit machten wir uns wieder auf den Weg zurück zum Ausgangspunkt unserer heutigen Wanderung. Motiviert waren wir zudem auch. Wir haben nämlich mit Absicht den letzt-fahrenden Bus verpasst und dadurch blieb uns gar keine andere Möglichkeit, als wieder zurück zu wandern.

Ich gebe es unumwunden zu, nach unten zu wandern ist anstrengend für die Füße und Beine, steil nach oben zu wandern sehr anstrengend für den ganzen Körper. Dennoch…

Helden weinen nicht. Helden leiden leise.

Egal, da mussten wir durch. Schon allein auch deswegen, weil wir im Hotel noch zu Abend essen wollten.

Als wir fix und foxi oben am Hotel angekommen sind, waren wir stolz wie Bolle. Wäre eine Reportage über unsere Wanderleistung gedreht worden, so hieße sie ‚Helden am Limit‘. Nachdem wir das ‚Freuen‘ und ‚Stolz sein‘ beendet hatten, entschieden wir uns, auf Grund der noch gut zur Verfügung stehenden Zeit bis zum Abendessen, nochmal mit dem Mietwagen einen kleinem Abstecher in das Nonnental zu machen. Bis ganz nach unten, an eine Stelle, wo Kinder im Sommer in einem Bergbach baden gehen.

Nonnental Curral das Freias Bergbach

Das ist übrigens so eine Badestelle, die wir am dritten Tag auf Madeira vergebens bei Google Maps gesucht hatten.

Nachdem wir den Anblick dieses wunderschönen Tal’s mit seinen umliegenden steilen Berghängen bewundert hatten, fuhren wir zurück hoch zum Hotel. Dort nahmen wir bei Wasser und lecker alkeholfreiem Bier auf der Außenterasse unser Abendessen ein und beobachten dabei ankommende Gäste einer portugiesischen Hochzeitsgesellschaft, welche hoch oben in den Wolken das Eheglück des Brautpaares feiern wollten. Danach fuhren wir mit unserem Mietwagen nach Hause in unser Ferienhaus und ließen den Abend zufrieden und glücklich in selbigem entspannt ausklingen. Mal schauen, was der achte Tag auf Madeira bringt.

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