Der sechste Tag auf Madeira

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Wenn Leute am Stock gehen, dann sind sie entweder komplett verwundert über eine kuriose Situation oder sie gehen wandern auf Madeira, so wie wir heute. Nur, dass wir die Stöcker ’noch‘ weggelassen haben. Und mal ehrlich, wer nach Madeira fliegt, der muss auch wandern. Die Insel ist einfach viel zu schön, um es nicht zu tun.

Dafür hatten wir uns für heute eine Wandertour zu den 25 Fontes (25 Quellen) bei Rabacal heraus gesucht.

Dieser Wanderweg welcher in Richtung Ende immer mehr zu einem schmalen Wandertrampelpfad wird, ist über verschiedene Routen zu erreichen. Wir haben uns für eine Route entschieden, die, und dass obwohl wir am Tage gewandert sind, eine Taschenlampe oder ähnliches Lichtwerkzeug, erforderte. Unser Weg zu den 25 Fontes führte uns nämlich durch einen in den Fels gehauenen 800 m langen schmalen Tunnel.

Wer Angst vor Dunkelheit, Enge oder Alibaba und seinen 40 Räubern hat, der sollte lieber eine andere Route wählen, denn 800 m können unter so einem psychischen Druck schon recht lang werden.

Nach dem Tunnel eröffnet sich der erste schöne Blick auf die wunderschöne Bergnatur Madeiras.

Der Wanderweg führt weiter an den Levadas entlang. Levada bedeutet in dem Fall ‚Wasserkanäle‘, in denen das Wasser von oben nach unten zu den Einwohnern und Besuchern dieser Insel geleitet wird.

Und man staunt nicht nur Bauklötzer, sondern wundert sich auch über die Art der Bauweise dieser Levadas. Wie haben diejenigen, die das erbaut haben, das gemacht? An steilen Felsen entlang, durch wilde Natur hindurch? Es ist der Wahnsinn, man sieht, dass es existiert und fragt sich dennoch:

Warum bekommt Deutschland in Berlin keinen anständigen Flughafen mit Mensch, Technik und modernen Maschinen hin, wenngleich Menschen in der Lage sind, so etwas wie das hier mit einfachsten Mitteln zu erschaffen?

Beeindruckend, wirklich.

Weiter führt uns unser Weg an den Levadas entlang,

an mystischen Bäumen vorbei,

bis hin zum Ziel, bzw. zum Ursprung… den 25 Quellen, welche alle in diesen kleinem Bergsee herab plätschern.

Man steht da und ist beeindruckt, ob der Schönheit der Natur. Als Braunschweiger hat man zwar auch so die eine oder andere schöne Stelle in der Umgebung, aber so etwas…

Auf dem Rückweg ging es dann noch an einem spektakulären Bergwasserfall entlang, den ich zwar auch fotografiert habe, dessen beeindruckendes Erscheinungsbild das Foto aber nicht mal annähernd wiedergeben kann. Es gibt eben manchmal Dinge im Leben, die man einfach nur auf sich wirken lassen kann und will.

Für den Heimweg haben wir uns für eine Route entschieden, die an einer sehr hohen Felswand entlang führt und sich weit oben über den Dörfern der Insel befindet. Dabei konnten wir einen ‚Wolkenwasserfall‘ beobachten.

Links auf dem Foto kann man es erkennen. Die Wolken bewegten sich wie ein Wasserfall über die Spitze der Berge und ‚flossen‘ in das Tal hinein. Auch hier waren wir sehr beeindruckt darüber, was Mutter Natur zu leisten im Stande ist.

Bevor wir nun endgültig wieder nach Hause fuhren, ging es noch schnell im Supermarkt vorbei und dann saßen wir wieder bei Wasser und lecker Bier und einem schönen Essen auf einer unserer drei Terrassen und ließen den lieben Gott einen guten Mann sein. Mal schauen, was der siebte Tag auf Madeira bring.

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