Schilder aufstellen im internationalen Wettbewerb

Lesezeit 1 Minute

04.07.2018

Wenn wir hier in Deutschland etwas richtig gut können, dann ist das Schilder aufstellen. Am Besten kann man das beobachten, wenn man über unsere schönen Autobahnen fährt. Aufgestellt und ausgerichtet nach den neuesten geometrischen Standards und in einer Stückzahl, das dafür schon fast ein zusätzliches Zahlensystem erfunden werden muss.

Das Interessante dabei ist, dass ich bisher immer davon ausgegangen bin, Schilder würden auf etwas hinweisen. Auf Baustellen wo gebaut wird zum Beispiel. Aber manchmal werden Schilder einfach nur so aufgestellt, einfach weil wir es können. Auf einigen Schildern ist zwar immer wieder zu sehen, dass da angeblich irgendwo irgendwas gebaut wird, aber zu sehen ist außer den Schildern selbst nichts.

Wenn wir Deutschen schon nicht stolz auf unseren internationalen Fußball sein können, so können wir doch unheimlich stolz darauf sein, dass wir Deutschen richtig gut im Schilder aufstellen sind. Wer weiß, vielleicht gibt es ja eines Tages mal eine Weltmeisterschaft im Schilder aufstellen. Ich glaube, dass wir Deutschen da in der Vorrunde nicht ausscheiden würden, wenn nicht sogar große Chancen auf den Titel hätten.

Ein Gedanke zu “Schilder aufstellen im internationalen Wettbewerb

  1. Ja, das sind halt die Folgen von Outsourcing, Internationalisierung und stark zunehmenden Sicherheitsdenken (manche sagen dazu auch Vollkasko-Mentalität):
    Früher, da haben die von der Autobahnmeisterei ihre Hühner gesattelt, sind ‚raus an die Baustelle, hinten hat ein Trupp die Sicherung aufgebaut und vorne haben sie gewerkelt und wenn alles gemacht war, kam der Funkspruch „Is‘ gut, wir sin‘ fertich“ und die Meute hat eingepackt und ist abgerauscht.
    Heutzutage, so hat mal die „Rheinpfalz“ auf einen(?) Leserbrief hin recherchiert, werden die Verkehrssicherungsarbeiten genauso wie die eigentlichen Baumaßnahmen jeweils an Spezialunternehmen europaweit ausgeschrieben und über Rahmenverträge vergeben.
    WENN nun etwas an der Straße gemacht werden muss, dann wird der Spezialfirma für Verkehrssicherungsarbeiten der Auftrag erteilt, innerhalb eines gewissen Zeitfensters die Sicherungsmaßnahme durchzuführen. Das ist ja ein gewinnorientiertes Unternehmen und (hoffentlich) gut ausgelastet, die fahren nicht für einmal-ein-paar-Schilder-aufstellen quer durch die halbe Republik und zurück, sondern die schauen halt, dass das irgendwie zusammenpasst mit den anderen Aufträgen. Klar.
    Und dass die den Aufwand nicht wegen ein, zwei popeligen Schildern machen, sondern die Vorgaben der Verkehrsbehörde, die die Sicherung vorgeschrieben hat, auf’s gründlichste erfüllen, ist ja auch klar.
    Man ist ja ein Spezialunternehmen und will schließlich auch was verdienen an dem Auftrag.
    Und so kommt’s dann halt, dass zwischen dem Aufstellen (und auch dem Wieder-Abbauen) des Schilderwalds und den eigentlichen Bauarbeiten schon mal jeweils eine knappe Woche oder so liegen kann (Wochenenden kosten extra!).
    Und die Firma, die die Bauarbeiten durchführt, hat natürlich auch ein Zeitfenster bekommen (das sie hoffentlich nicht überschreitet).
    Ist ja auch ein Spezialunternehmen (s.o.).
    Und dann freuen sich die Jungs vom Blitzer-Mobil, dass Du drei Wochen lang auf der Autobahn mit 60 ‚rumnudeln darfst, weil einen (1) Tag die Teerkolonne Löcher geflickt hat.
    Aber das ist halt der Fortschritt …
    denkt sich kopfschüttelnd
    Robert


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