Facebook vs. Human Connection

Lesezeit 5 Minuten

13.03.2017

So wie die meisten meiner Mitmenschen bin auch ich schon seit einigen Jahren Mitglied in dem sozialen Netzwerk Facebook. Was mir in letzter Zeit allerdings immer mehr auffällt ist, dass mich dieses Netzwerk nervt und mir wertvolle Lebenszeit stiehlt. Am Anfang fand ich das Ganze richtig cool. Man konnte mit Menschen in Kontakt treten, die man auf Grund der räumlichen Trennung wahrscheinlich nie kennengelernt hätte. Auch Menschen, welche man im realen Leben aus den Augen verloren hatte, konnte man in diesem Netzwerk wieder finden und den Kontakt wieder neu aufleben lassen.

Facebook bot und bietet Menschen die Möglichkeit, sich mit anderen Menschen zu vernetzen sowie Inhalte (ob sinnvoll oder nicht) einem großen Publikum zugänglich zu machen. Das klingt natürlich erst mal gut und hat dem Einen oder Anderen auch schon zu gewissen Ruhm verholfen. Facebook wäre `eigentlich` auch ein sehr guter Indikator dafür, Stimmungen und Meinungen zu bestimmten Themen zu erhalten. Aber eben nur eigentlich, denn was bei Facebook herumgetrollt wird, das ist schon nicht mehr feierlich.

Kostenlosigkeit und Datenschutz bei Facebook

Aber mal ganz abgesehen davon, Facebook gibt es deswegen noch lange nicht kostenlos. Also offiziell für den Nutzer natürlich schon. Geld muss er für die Mitgliedschaft bei Facebook nicht bezahlen, er muss der Werbeindustrie dafür aber seine persönlichen Daten und Vorlieben `freiwillig` zur Verfügung stellen. Irgendwie muss Facebook ja das Geld generieren, um die ganze digitale Infrastruktur am Laufen halten zu können. Auch das Thema Datenschutz spielt bei Facebook eine große Rolle. Dem User werden in einem sehr eng abgestecktem Rahmen zwar Werkzeuge zur Einstellung seiner Privatsphäre an die Hand gegeben, wobei die Erzwingung des Klarnamens des Users das Thema Datenschutz bei Facebook somit aber auch wieder hinfällig werden lassen.

Manchen Leuten ist das egal, weil sie angeblich `eh nichts zu verbergen haben` und das soziale Erlebnis eh viel stärker wiegt, als der Verlust der eigenen Privatsphäre. Das kann ja jeder halten wie er oder sie das will. Ich persönlich habe da meine eigene Meinung zu, aber darum soll es in diesem Artikel nicht gehen. Viel mehr, warum ich der Meinung bin, dass mir dieses Netzwerk wichtige Lebenszeit stiehlt und welche Alternativen es dazu gibt.

Das Nerivige an Facebook

Es geht allein schon damit los, dass ich nicht weiß wie sich bei Facebook mein News Stream inhaltlich zusammensetzt. Ich scrolle und lese dann irgendwelche Fakten, wie zum Beispiel: „Wenn du gelbe Farbe vor deiner Schulklasse trinkst, läufst du danach rot an!“ oder ich bekomme irgendwelche Sinn entlehrten Postings präsentiert, in denen mir auf vermeintlich humoristische Art erklärt wird, dass Kagge nur dann Kagge ist, wenn die Flatulenz auch etwas wiegt. Ab und zu ist dann auch mal etwas wirklich Interessantes dabei. Nur wer bestimmt wann was wem angezeigt wird? Ein Algorithmus, auf den ich nicht einmal Einfluss nehmen kann. Es gibt ja noch nicht einmal eine Suchfunktion, wo ich nach bestimmten Themen suchen kann. Nach Personen, ja, aber das ist dann auch schon alles. Also, es wird einfach nur nach unten gescrollt und man wird mit dem Durcheinander der Inhalte nur noch unterhalten. Aber so richtig Hand und Fuß hat das für mich mittlerweile nicht mehr.

Das hat in meinen Augen auch nichts mehr mit einem sinnvollem Informationsinput zu tun, sondern nur noch mit einer Berieselung von Inhalten. Also mich persönlich nervt das. Auch nervt es mich, dass es bei Facebookpostings mittlerweile anscheinend viel wichtiger geworden ist, als erstes einen Kommentar verfasst zu haben, welcher dann die höchste Anzahl an Likes für sich beansprucht. Überschrift lesen und Kommentar posten. Inhalt? Welchen Inhalt? Lächerlich. Und was mir richtig auf den Sender geht. Postings, ob die Inhalte selbiger nun der Wahrheit entsprechen oder nicht, werden geteilt ohne Sinn und Verstand. Wie eine Virusinfektion und ab dafür. Zudem hat Facebook mittlerweile ganz gekonnt Methoden entwickelt, seine Mitglieder in seinem geschlossenem digitalem Unterhaltungsberieselungsökosystem `freiwillig gefangen` zu halten, welche mich persönlich aber nicht inspirieren und schon gar keinen Mehrwert für mich erkennen lassen.

Zensur bei Facebook

Wenn eine Frau Anetta Kahane, Gründerin und Vorstandsvorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung sowie ehemalige STASI Mitarbeiterin in der damaligen DDR, mit Ihrer Stiftung und ihren teils antideutschen Mitgliedern, von der Regierung damit beauftragt wurde Facebook nach sogenanntem ‚hate speech‘ zu durchforsten und im Fall des Falles selbigen zu löschen, dann klingt das für mich nicht nur nach einem schlechten Witz, sondern auch danach, dass ich diesem Netzwerk jetzt den Rücken kehren werde. Deswegen habe ich mich mal nach alternativen Möglichkeiten für soziales Netzwerken umgeschaut und siehe da, ich bin tatsächlich fündig geworden.

Das alternative Netzwerk – Networking for a better world

Human Connection – Das soziale Wissens- und Aktionsnetzwerk

Dieses Netzwerk ist an sich zwar noch nicht online, da es sich noch im Aufbau befindet, dafür aber sehr an- und vielversprechend. Alles was mir bei Facebook auf die Nerven geht macht Human Connection anders bzw. besser und nicht nur das. Human Connection hat sich meiner Meinung nach auch richtig gute Gedanken darüber gemacht, wie man die Welt zudem ein Stück weit besser machen kann. Und das Schöne dabei ist, alles ohne Werbung und Datenmissbrauch. Finde ich persönlich richtig gut.

Was macht Human Connection anders?

Grundsätzlich hat dieses potenzielle Netzwerk erstmal eine positive humanistische Ausrichtung. Das heißt, dass Human Connection unter anderem dafür geschaffen wurde, die Welt ein Stück weit besser zu machen. Jeder kann Ideen einbringen, wie man z.B. Dinge auf die man sonst nur mit Finger drauf zeigen würde, besser machen kann. Und es sollen alle etwas davon haben. Und mal ganz ehrlich. Kann das schlecht sein?

Wie macht Human Connection Social Networking anders?

Mit 16 Themen deckt das Netzwerk zum Beispiel die Verbindung zu anderen Netzwerk Usern ab.
Themen Human Connection

So ist es von vorn herein möglich nach bestimmten Themen vorzusortieren. Mich interessiert zum Beispiel alles zu `Internet der Dinge` oder ich möchte gern etwas wissen über den nachhaltigen Anbau von Obst und Gemüse. Einfach das dazu passende Oberthema wählen und ab dafür. Desweiteren ist es möglich bei Artikeln, Kommentare nach Pro und Contra zu durchstöbern oder eben selbst zu verfassen. Auf diese Weise kann man sich einen guten Überblick zu den unterschiedlichen Argumenten zu einem Thema verschaffen. Desweiteren findet man die am besten bewerteten Argumente oben auf jeder Seite.

Welches Feature ich auch richtig gut finde, ist die Versus Funktion. Diese ermöglicht es am Ende eines jeden öffentlichen Posts ein Gegenargument zu erstellen. Dieses kann von der Community bewertet werden, um zu wissen, wie die Community denkt. Finde ich persönlich viel besser als irgendwelche angeblich repräsentativen Umfragen von ARD und ZDF zum Beispiel.

Human Connection. Versus. Widerspreche! Demokratisch und Fair.
Versus. Widerspreche! Demokratisch und Fair.

Dieses Netzwerk bietet aber noch sooo viel mehr, wobei es am Besten ist sich selbst einen Überblick über die einzelnen Funktionsweisen und Möglichkeiten von Human Connection zu verschaffen.

Weitere Infos zu Human Connection gibt es übrigens hier:

~ Human Connection Press kit
~ Human Connection Pressebox
~ Dennis Hack, der Erfinder von Human Connection im Interview
~ Facebook in freundlich

Also ich freue mich auf Human Connection und ich bin gespannt, ob und wie die Zukunft des Social Networkings bei den Usern ankommen wird.

Quelle Images, Screenshots und Video:
http://de.humanconnection.org

2 Gedanken zu “Facebook vs. Human Connection

  1. es liest sich zunächst mal gut, aber wie ich aus einigen kommentaren gelesen habe, wird diese neue netzwerk ausschließlich in englisch aufgebaut, leider kann ich da nicht mitmachen, sorry

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