Road Alliance

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02.02.2017

Wer hätte das tatsächlich noch für möglich gehalten? Was lange dauert wird endlich gut. Das möchte man jedenfalls gern glauben, denn es bewegt sich was in der europäischen Verkehrspolitik.

Deutschland und acht weitere Länder (Frankreich, Italien, Österreich, Belgien, Dänemark, Luxemburg, Norwegen und Schweden) haben laut Aussage unseres Verkehrsministers Alexander Dobrindt, im Rahmen der Bekämpfung von Lohndumping im Transportgeschäft, der richtigen Anwendung von Sozialvorschriften und gegen Wettbewerbsverzerrungen, eine so genannte Road Alliance gegründet. Die beteiligten Staaten wollen innerhalb dieser Road Alliance ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen Missbrauch verstärken und sich für eine einheitlichere Anwendung europäischer Sozialvorschriften einsetzen.

Ich fall vom Glauben ab. Jetzt schon? Nach all den Jahren des Kabotagemissbrauchs, des jahrelangem Lohndumpings und der teils vorsätzlichen Missachtung der Sozialvorschriften? Mussten denn tatsächlich erst so viele Transportfirmen (die diesen unfairen Wettbewerbsbedingungen nicht mehr Stand halten konnten) pleite gehen oder musste es erst all diese unschuldigen Verkehrsopfer (verursacht durch das Fehlverhalten einiger Berufskollegen) geben, bevor sich auf europapolitischer Ebene endlich mal was bewegt? Mussten tatsächlich erst Arbeitsbedingungen im europäischen Straßentransport entstehen, die jede Menschlichkeit ad absurdum führen?

Auf jeden Fall.

Wie oft haben damals die Experten die Erbauer der Titanic davor gewarnt, dass der Luxusliner nicht sicher ist? Sehr oft und was hat es geholfen? Richtig, nichts. Der Pott musste erst untergehen und Menschenleben fordern, bevor man darüber ernsthaft nachdachte wirklich sichere Schiffe zu bauen.

Also dann, ich bin gespannt.

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