Einem geschenkten Gaul schaut man nicht in’s Fahrerhaus

Lesezeit 8 Minuten

25.09.2016

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MAN #TRUCKLIFE Hotel

Normalerweise muss ich nicht mehr im Lkw schlafen, es sei denn, dass es Touren bedingt wirklich nicht anders geht oder ich von einem namhaften deutschen Nutzfahrzeughersteller dazu eingeladen werde. Natürlich habe ich die Einladung von MAN angenommen, weil ich unter anderem gern wissen wollte, wie es so ist nicht in, sondern direkt vor dem Haupteingang eines 4 Sterne Hotels (H4 Hotel Hannover Laatzen unweit des IAA Messegeländes) in einem MAN TGX XXL Lkw Fahrerhaus zu übernachten.

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MAN #TRUCKLIFE Hotel

Nun ist es aber auch immer so, dass man Dinge gut oder schlecht findet, weil man entweder aus der einen oder anderen Perspektive auf das begehrte Projekt schaut. Wenn ich mir überlege, ich habe ein Zimmer in einem 4 Sterne Hotel gebucht und ich müsste dann draußen vor Selbigem in einer Lkw Kabine übernachten, so würde ich dann schon etwas schief aus der Wäsche schauen. Wenn ich aber weiß, dass es grundsätzlich um eine Übernachtung in einer Lkw Kabine geht und ich dann noch all die Annehmlichkeiten eines 4 Sterne Hotels mit dazu geboten bekomme, dann fühlt sich das Ganze schon etwas anders an und das Lächeln im Gesicht kann dann dementsprechend auch da bleiben wo es ist. Und dieses von MAN mit dazu gebotene 4 Sterne Hotel namens H4 Hotel in Laatzen, hatte in dem Zusammenhang wirklich einiges zu bieten.

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Hotelrestaurant
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Fitnessraum
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Schwimmbad
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Sauna
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Hotelbar (Quelle – Screenshot Webseite H4 Hotel Laatzen)

Das Angebot bestand aber im Wesentlichen eher in der Übernachtung in der Lkw Kabine. Wie ich anfangs bereits schrieb, bin ich es ja gewohnt in einem Lkw zu schlafen. Nur dieser Lkw war innen etwas anders. Mir ist das in einem exklusiven Hotel noch nie so aufgefallen, dass ein gutes Hotelzimmer einen gewissen Eigengeruch hat. Denn der MAN hatte das und das roch meiner Meinung nach sehr angenehm. Auch wie der Lkw innen hergerichtet war. Das Bettzeug auf dem unteren und oberen Bett hergerichtet wie in einem richtigen Hotelzimmer. Ich hatte sogar eine Tüte Gummibären auf dem Kopfkissen. Auch waren Wasserflaschen, inklusive Gläsern und! Untersetzern im Kühlschrank des Lkw`s vorhanden. Ein persönliches Willkommensschreiben für mich als Gast lag auf der Ablage, zudem diverse Hinweise auf MAN typische Leistungen. Und geglänzt hat dieses Stück Nutzfahrzeug. So einen Glanz kenne ich eigentlich nur noch aus den Werbespots von Meister Propper aus den achtziger Jahren.

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Haupteingang des MAN #TRUCKLIFE Hotel’s
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Seitenansicht des MAN #TRUCKLIFE Hotel’s
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Frontansicht des MAN #TRUCKLIFE Hotel’s
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Innenansicht des MAN #TRUCKLIFE Hotel’s
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Blick in den Kühlschrank des MAN #TRUCKLIFE Hotel`s
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Blick aus dem MAN #TRUCKLIFE Hotel in Richtung Haupteingang des H4 Hotel’s

Im Prinzip alles drin was der geneigte Lkw Fahrer zum Übernachten braucht.

Und nun komme ich wieder zurück auf den Betrachtungswinkel. Diese Einladung von MAN war für mich ein Geschenk, welches ich dankbar angenommen habe und somit möchte ich mich an dieser Stelle auch nicht über einen fehlenden Tisch auf der Beifahrerseite (zum Arbeiten an einem Laptop z.B.) oder über einen, wie es in einem guten Hotelzimmer eigentlich üblich ist, fehlenden Fernseher beschweren. Denn wie heißt es so schön:

Einem geschenkten Gaul schaut man nicht in`s Fahrerhaus.

Deswegen an dieser Stelle viel eher nochmals vielen Dank an MAN selbst und den MAN Trucker’s World Club, die wirklich keine Kosten und Mühen gescheut haben, dieses Angebot möglich zu machen.

Die Ankunft im Hotel

Als ich gegen 11 Uhr im Hotel ankam musste ich feststellen, dass das Personal an der Rezeption zwar sehr freundlich und zuvorkommend war, allerdings mit der Information „Gast, Übernachtung im Lkw vor der Eingangstür“ nicht wirklich etwas anfangen konnte. Klingt ja erst mal etwas seltsam, vor allem auch dann, wenn nur der Chef der Rezeption in das Projekt eingeweiht ist. Somit wurde ich freundlich auf 12 Uhr vertröstet, weil dann der Chef der Rezeption anfangen würde zu arbeiten und er mir dann auch bestimmt weiter helfen könne. Das tat er und das muss ich an dieser Stelle deutlich erwähnen, auf eine sehr charmante und freundliche Art und Weise. Ich erhielt den Zimmerzündschlüssel des Lkw´s und konnte somit mein von MAN gebuchtes Zimmer erwartungsvoll übernehmen. Was mir bei der Anmeldung aufgefallen ist, war die Tatsache, dass ich noch nicht einmal meinen Namen sagen musste, geschweige denn ein Schreiben oder meinen Ausweis zur Anmeldung hab vorlegen müssen. Dass es heutzutage noch so ein entgegengebrachtes Vertrauen unter den Menschen gibt macht Hoffnung auf die Zukunft.

Laut Informationen, welche ich vorab von MAN über das Hotel erhielt, sollte es mir als Gast der vor dem Hotel schläft, dennoch ausdrücklich gestattet sein das Schwimmbad, den Fitnessraum und die Sauna nutzen zu können. Leider war das bei meiner Ankunft im Hotel aufgrund von Wartungsarbeiten nicht möglich. Nur der Fitnessraum stand zur Verfügung. Somit machte sich ehrlicherweise eine kleine Enttäuschung bei mir breit, aber beim gemütlichen Essen im schönen Restaurant dieses Hotels war dieses Gefühl wieder in Luft aufgelöst.

Beim Mittagessen dann das selbe Unverständnis wie vorher an der Rezeption.

Kellnerin:

Wenn Sie nachher fertig sind mit speisen, dann sagen sie einfach kurz ihre Zimmernummer und wir setzen ihnen das Essen dann auf die Rechnung.

Ich deute mit dem Finger nach draußen auf den Lkw:

MAN TGX XXL 480

Der daraufhin folgende Blick der Kellnerin hatte etwas von: „Will mich der Gast verar… oder spricht er eine Sprache welche mir noch gänzlich unbekannt ist?“ Nach einer kurzen Rücksprache mit dem Chef der Rezeption hatte die Kellnerin dann aber vollstes Verständnis für mich und meine Situation und meinte nur noch sehr freundlich zu mir, dass ich es mir schmecken lassen solle und wenn ich einen Wunsch hätte, ich ihr dann nur Bescheid sagen müsse. Als ich gegen 21: 30 Uhr meinen letzten Gang vom Lkw queer durch die ganze Lobby des Hotels, vorbei an all den Hotelgästen im feinsten Zwirn, zur Toilette antrat, erzählte mir der sehr zuvorkommende Chef der Rezeption, dass die Wartungsarbeiten der Sauna und des Schwimmbades abgeschlossen seien und ich,  wenn ich denn wollte, für eine ca. knappe halbe Stunde diese gern noch nutzen könne. Aber dazu hatte ich zu diesem Zeitpunkt keine Lust mehr und verschob das Vorhaben somit auf den nächsten Morgen.

Die Nacht im Lkw

Dadurch, dass sich das Hotel direkt an einer Aus- und Einfallstraße eines großen Hannoveraner Wohngebietes (mehrere mehrstöckige Hochhäuser) und ich mich mit dem Lkw direkt davor befand, trat die Ruhe rund um den Lkw erst relativ spät ein und hörte am nächsten Morgen auch relativ früh wieder auf. Im Prinzip war das aber gar nicht so schlimm, denn der Lkw war meiner Meinung nach recht gut isoliert und von daher hielt sich die Lärmbelästigung der vorbei fahrenden Fahrzeuge noch im Rahmen dessen, was ein Lkw Fahrer im Straßenverkehr bzw. bei seinen Pausen eh an Außengeräuschen gewohnt ist. Vielmehr störten mich persönlich die zusätzlichen Seitenscheiben jeweils rechts und links hinter der Fahrer- und Beifahrertür. Somit war es mir nicht wirklich möglich die Vorhänge im Lkw komplett so zu verschieben, dass absolute Dunkelheit im Fahrerhaus herrschte. Jedes Fahrzeug welches nachts am Lkw vorbei fuhr, hinterließ immer ein paar Photonen Licht in meiner Fahrerkabine. Auch das von MAN so hochgelobte untere Bett konnte mich mit seiner angeblich so guten Liegequalität nicht überzeugen. Das Bett ist zwar breit, hat auch einen Lattenrost als Unterbau, ist aber meiner Meinung nach dennoch viel zu hart. Da darf sich MAN gern mal bei den Mitbewerbern umschauen und dazu lernen. Nichts desto trotz habe ich den Umständen entsprechend gut geschlafen.

Der nächste Morgen

Was der große Vorteil eines Zimmers innerhalb eines Hotels ist, man braucht nicht mit seinen Wasch- und Badeutensilien quer durch die ganze Lobby des Hotels laufen. Einfach aufstehen, 5 Schritte gehen, im Bad ankommen, Tür zu, fertig. Ich wurde auf meinem ‚langen‘ Weg in den Sanitär-bzw. Wellnessbereich zusätzlich noch von Hotelgästen angesprochen, welche nicht verstehen konnten, warum ich im Lkw übernachtet habe. Eine kurze Antwort meinerseits, dass das Hotel bei meiner Ankunft überbucht war und sich das Hotel den Lkw im Rahmen der gleichzeitig stattfindenden IAA als Notlösung überlegt hat um nicht an guter Reputation zu verlieren, reichte dann als „Kommen sie gut gelaunt in ihren Tag“ Antwort für die fragenden Hotelgäste aus. Um hier aber keinen falschen Eindruck meines Verhaltens im Umgang mit Gästen und dem Projekt MAN #TRUCKLIFE Hotel zu erwecken, möchte ich betonen, dass ich vielen Gästen welche mich innerhalb des vorherigen Tages auf den Lkw ansprachen, versucht habe zu erklären wer oder was 1. MAN bedeutet und wie gut dieses Nutzfahrzeug ist und 2. wie sich ein Lkw Fahrer in so einer großen Lkw Kabine während seines Feierabends fühlt. Viele Gäste bedankten sich und fanden es ganz spannend die Dinge der Nutzfahrzeug- und Transportwelt auch mal von der anderen Seite her kennen gelernt zu haben.

Bevor es zum Frühstück ging, wollte ich unbedingt noch den Wellnessbereich des Hotels nutzen. Nachdem ich mit schwimmen, duschen und Zähne putzen fertig war, lernte ich den verantwortlichen Mitarbeiter des Wellnessbereiches kennen und wir haben uns sehr gut über das Projekt MAN #TRUCKLIFE Hotel und diverse andere Dinge dieser Welt unterhalten. Ich glaube, wir hätten uns noch stundenlang weiter unterhalten können, aber leider ließ es meine Zeit nicht zu, denn es stand ja einerseits noch das Frühstück auf meiner persönlichen Agenda sowie ein im MAN Einladungspaket enthaltener Besuch der Internationalen Nutzfahrzeugausstellung IAA auf dem nahe gelegenen Messegelände. Somit möchte ich dem guten Mann, wie auch immer er heißen mag, an dieser Stelle nochmal Danke für das sehr nette und interessante Gespräch sagen und ihm eine weitere gute Zeit in diesem Hotel und in seinem Leben wünschen.

Der Besuch auf der IAA

Natürlich war ein Besuch in der Halle 12 bei MAN ein Pflichttermin. Hierbei lernte ich unter anderem eine junge Frau aus dem Team von MAN Trucker´s WORLD kennen sowie den Verantwortlichen für den Unternehmensbereich Sales Truck – Head of Segment Management. In meiner Meinung nach guten Gesprächen konnte ich trotz Termindruck´s meiner Gesprächspartner, einiges über den MAN Trucker´s World Club erfahren und die Marke MAN lernen sowie auch eigene Anliegen gegenüber MAN hervorbringen. Desweiteren wurde eine innerhalb des MAN Trucker´s World Club zukünftige Zusammenarbeit vereinbart, soll heißen, dass ich mich zukünftig mit diversen Blogbeiträgen und Aktionen an diesem Club beteiligen werde. Natürlich wurde über noch viel mehr gesprochen, worauf ich an dieser Stelle aber im Einzelnen nicht näher eingehen möchte. Auf jeden Fall ein meiner Meinung nach rundum gelungener Termin und auch an dieser Stelle nochmals vielen Dank für die Zeit, welche sich von einigen Personen von MAN extra für meine Wenigkeit genommen wurde.

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass ich das Angebot von MAN nach München zu kommen, selbstverständlich gern wahr nehmen werde.

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