Eine Frage – eine Antwort

Lesezeit 3 Minuten

04.06.2016

Das Internet bietet meiner Meinung nach sehr viel Interessantes zu entdecken. Unter anderem diesen Frage / Antwort Dialog, welcher sich in einer direkt- /deutlichen Sprache mit meiner Berufsbranche auseinander setzt.

Hierzu stellt Mausi (Lkw Fahrerin) eine einfache Frage:

Wieso sind Lkw Fahrer so unbeliebt?

Ich bin LKW-Fahrerin und muss leider oft feststellen, dass uns bei Verengungen auf Autobahnen (z.B. durch Baustellen) der vorgeschriebene Platz nicht eingeräumt wird (Reißverschluß). Außerdem sind wir bei den meisten Autofahrern verhasst.

Warum ist das so?

Wir tun doch auch nur unsere Arbeit. Ich liebe meinen Beruf und möchte mit keinem „Büro-Täter“ tauschen. Aber dieses feindseelige Verhalten macht mir schon zu schaffen.

Wenn ich sehe, dass ein PKW-Fahrer nicht aus der Seitenstraße raus kommt, weil der Verkehr zu dicht ist und niemand für ihn vom Gas geht, ist das für mich der Grund, ihn „rein zu lassen“. Ich tu sehr viel, um mit den anderen Verkehrsteilnehmern auszukommen.

Warum sind wir LKW-Fahrer trotzdem so ungeliebt?

Ich denke, dass der prozentuale Anteil an „Idioten“ in allen Bereichen (LKW, Bus, PKW, Krad und Fahrrädern) gleich hoch ist. Aber die Radfahrer und wir sind die Deppen auf der Straße!

Und dazu gibt jemand mit dem Pseudonym ‚Ichsonstnich‘ eine einfache Antwort.

Die Frage müsste lauten: Warum sind Lkw-Fahrer in  Deutschland so unbeliebt?

Dann kann die Antwort nur lauten: Weil der Deutsche an sich von seiner Mentalität her ein spießbürgerlicher, ich-bezogener, egoistischer, engstirniger und intoleranter Kleingeist ist!

Diese Form von Ansicht, Umgang und Verhalten gegenüber denen, die maßgeblich dafür Sorge tragen, dass sich auch die Vollpfosten die einen ganzen Berufsstand verteufeln, z.B. ihren Hintern auf dem Klo nicht mit Gras abwischen müssen, bzw. überhaupt ein solches haben (ganz zu schweigen von den Räumlichkeiten in denen sich selbiges befindet), findest Du nirgendwo sonst auf der Welt(!).

Du brauchst gar nicht weit über den Tellerrand hinaus zu schauen um den Beweis hierfür vor Augen geführt zu bekommen: Ob unsere Benelux-Nachbarn, Frankreich oder England -nur als (be)greifbarste Beispiele genannt-, ob über´n großen Teich in den USA oder im tiefsten Osten in den ehem. Sowjet-Republiken, ob in Asien oder in den arabischen Emiraten – dieses „Gesocks-Verhalten“ wirst Du dort in dieser Form nirgends antreffen.

Ganz im Gegenteil:

Dort genießen Lkw-Fahrer als Trucker, Lorry driver, Routiers und wie immer sonst man sie in ihren Ländern bezeichnet, ein ganz eigenes (positives) Ansehen in der Bevölkerung und haben teilweise das Image von Pionieren, „Helden“ der Landstraße und „Kings“ of the Highway! Hier in „good“ old Germany bist Du in dem Job für die Allgemeinheit gerade mal´n Hilfsarbeiter mit Führerschein. Nicht umsonst ist ein Großteil der Fernfahrerkollegen froh wenn er die deutschen(n) Grenze(n) passiert hat… … aber NICHT etwa nach Deutschland REIN, sondern aus Deutschland RAUS!

Das ist leider traurige Realität.

Ich bin übrigens selber Deutscher, wie auch all meine Vorfahren und von Beruf seit fast 30 Jahren Kutscher auf Sattel u. Gliederzügen aller Art. Dafür Berufskraftfahrer zu sein muss man sich (eigentlich) nicht schämen – dafür Deutscher zu sein (mittlerweile) schon…

Allerdings begegne ich immer wieder „Kollegen“ die aber auch wirkl. nichts unversucht lassen, das Klischee vom asozialen, stinkenden, sich vornehmlich über Grunzlaute artikulierenden, rücksichts- und hirnlosen Proleten in der Bevölkerung zu festigen. Da muss man sich dann -gelegentlich- nicht wundern, so wie man sich präsentiert – so wird man gesehen…

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