Nase zu und durch

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22.04.2013

Bei der Ankunft bei einem Tiermehlproduzenten steigt mir sofort der penetrante Geruch von Bioabfällen in die Nase. Mein Magen signalisiert mir unverzüglich, sich das nicht lange gefallen lassen zu wollen. Auf der Suche nach dem Versandbüro entdecke ich einen Mitarbeiter, der mit einem Wasserschlauch halb versunken in einer Biotonne steckt. Ich tippe ihn von hinten an, um ihn nach dem Weg zu fragen. Schweiß tropfend schaut er aus besagtem Behälter zu mir auf und deutet in die entsprechende Richtung.

Weiter auf dem Weg zum Büro kommt mir ein Mann mit Spaghettieis entgegen. Mit der linken Hand versucht er, die um das Eis fliegenden Insekten zu vertreiben. Jetzt sendet mir mein Magen eindeutige Signale, dass hier langsam eine Grenze überschritten wird. Angekommen im Versandbüro erwähne ich den üblen Geruch, der wie ein unsichtbarer Schleier auf dem gesamten Firmengelände liegt. Hier erhalte ich nur die lapidare Antwort :

“Wir riechen das schon gar nicht mehr.”

Ich frage:

“Riechen? Das bringt meine ganze molekulare Zellstruktur durcheinander!”

Unverständnis von allen Seiten.

Nach einer halben Stunde Kampf mit dem Brechreiz und dem Brennen in meinen Augen war ich völlig fertig und mein LKW auch. Nun konnte ich mich endlich wieder von diesem Firmengelände entfernen und auf den Weg Richtung Geruchsneutralität bzw. meines Feierabends machen. Nur noch schnell in den Supermarkt und dann ab nach Hause. Im Supermarkt an der Kasse vernehme ich den Satz eines kleinen Jungen, der mit seiner Mama direkt hinter mir stand:

“Mama, hier stinkt es wie in einem Schweinestall.”

Jetzt hieß es nur noch schnell bezahlen, raus und ab unter die Dusche.

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