Langsam zu schnell

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02.04.2013

Mit Stahlmatten schwer beladen kämpfe ich mich auf dem Weg zu einer Baustelle, quer durch das Gebirge. Gerade bei dieser Art von Ladung und Strecke erwische ich mich dabei festzustellen, was ich doch für einen verantwortungsvollen Beruf ausübe. Das heißt für mich immer achtsam und nach Möglichkeit, ein gutes Vorbild im Straßenverkehr zu sein. Aus diesem Grund schalte ich bei der nächsten, leicht nach unten abschüssigen Kurve in den nächst niedrigeren Gang und reduziere meine Geschwindigkeit etwas, um noch alles unter Kontrolle behalten zu können.

Plötzlich und unerwartet taucht vor mir das auf, wovon jeder Berufskraftfahrer die heftigsten Schweißausbrüche und Herzaussetzer bekommt. Das 25-km/h-Auto. Mit allem habe ich gerechnet, aber nicht mit einer geschwindigkeitsbegrenzten Zwei-Mann-Besatzung, die meine positiven Gedanken mit einer einzigen Vollbremsung meinerseits komplett wieder zunichte macht. Aber alles nochmal gut gegangen. Gottseidank. Niemand ist verletzt und meine Ladung ist auch noch da wo sie hingehört.

Von dem Schock und dem Verkehrshindernis auf Rädern er- und überholt, halte ich am nächstgelegenen Parkplatz und trinke erst mal eine Tasse Tee zur Beruhigung.

Wieder plötzlich und unerwartet steht das 25-km/h-Auto samt Besatzung neben mir. Ein älterer Herr steigt aus und meint allen Ernstes:

“Junger Mann, wissen Sie eigentlich wie gefährlich das ist, wenn Sie mit Ihrem schwerem LKW so auf der Landstraße rum rasen. Sie hätten uns ja fast umgebracht.”

Ich:

“Ja, also wissen Sie, ich meine… bitte was?”

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