Ladungssicherung

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23.03.2013

Mein Ladeauftrag führt mich zu einer geheimen Teststrecke eines großen Autoherstellers. An der Wache werde ich aus sicherheitstechnischen Gründen gründlich untersucht und freundlich aber konsequent noch darauf hingewiesen, nichts aber auch gar nichts, außer meiner Ladung natürlich, mitgehen zu lassen. Per Unterschrift bestätige ich, dass ich das auch so verstanden habe.

An der Ladestelle fällt mir auf, dass hier kurz vor meiner Ankunft mit großem Bankett die Präsentation eines neuen Prototypen gefeiert wurde. Jetzt muss ich erst mal warten und trotz Hinweis im LKW zu bleiben, vertreibe ich mir meine freie Zeit mit einem kleinen Spaziergang. Dieser führt mich zum noch nicht ganz abgeräumten Buffet im großen, jetzt leeren Prototypen-Präsentationsraum.

Ein Sicherheitsmensch steht plötzlich neben mir:

“Was machen Sie hier?”

Etwas unsicher, da ich den Raum in meiner Funktion als Berufskraftfahrer eigentlich gar nicht betreten darf:

“Äh, ich habe meine Jacke vergessen. Tolle Präsentation übrigens. Was passiert eigentlich mit dem restlichen Buffet?”

In der Hoffnung, nicht enttarnt zu werden, erhalte ich folgende Info:

“Das würden wir entsorgen lassen. Es sei denn, sie möchten sich gern etwas mitnehmen.”

Bescheiden wie ich bin:

“Ja echt, das geht?”

Er:

“Ja, greifen Sie ruhig zu.”

Aus sozialer Verantwortung heraus greife ich beherzt zu und bringe all die leckeren Sachen in meinen LKW und fülle meinen Kühlschrank bis nichts mehr hineinpasst. Nachdem ich mit meiner LKW-Beladung fertig bin, muss ich wieder an der Wache vorbei. Da in dem übrig gebliebenen, jetzt von mir mit nach draußen transportierten Buffet keine Betriebsgeheimnisse versteckt sein sollten, antworte ich auf die obligatorische Frage, ob ich etwas, außer meiner Ladung natürlich, mitgenommen habe:

“Selbstverständlich nicht”

und somit wird mir ‘vertrauensvoll’ mit einem:

“So ist’s recht”

eine gute Fahrt gewünscht.

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